Was machen Hebammen?

Wir Hebammen arbeiten mit den Frauen während der Schwangerschaft, der Geburt und in den Tagen und Wochen danach. Für diese wichtige Zeit im Leben stellen wir unser Wissen und unsere Erfahrung zur Verfügung.

Schwangerschaftsvorsorge

Hebammenarbeit beginnt schon sehr früh in der Schwangerschaft. Im Rahmen der Schwangerschaftsvorsorge (2-4 Hausbesuche werden von den Krankenkassen übernommen) und bei Bedarf darüber hinaus, können wir Hilfe beim Umgang mit Schwangerschaftsbeschwerden geben. Darunter fallen alle unangenehmen Begleiterscheinungen, die nicht krankhaft oder gefährlich sind. Bemerken wir etwas, das über die normalen Beschwerden hinausgeht, ziehen wir die Frauenärztin/den Frauenarzt zu.

Handelt es sich aber um Verdauungsprobleme, Wasser in den Beinen, Hämorrhoiden, Sodbrennen, Wadenkrämpfe oder Ähnliches können wir oft mit unseren Mitteln helfen. Jede Hebamme hat da übrigens ihre eigenen Tipps und Vorlieben.

Während der Hebammentermine kommen eine Vielzahl an Themen zur Sprache, zum Beispiel Ernährung, Sport, Reisen, Sexualität, aber auch Pränataldiagnostik, Wahl des Geburtsorts, Geburtsmodus, Unterstützungsmöglichkeiten nach der Geburt und vieles mehr.

Im Rahmen der körperlichen Untersuchung

  • ertasten wir die Lage und Größe des Babies,
  • messen den Bauchumfang und den Symphysen-Fundus-Abstand,
  • hören die kindlichen Herztöne,
  • überprüfen gegebenenfalls Blutdruck oder Blutzucker,
  • kontrollieren den Urin,
  • beobachten das Allgemeinempfinden.

Wir geben auch Tipps und Hilfestellung, wenn etwas nicht so läuft wie erhofft (z. B. vorzeitige Wehentätigkeit oder Beckenendlage). Besonders schätzen die Frauen, dass wir uns Zeit nehmen, um alle kleinen und großen Anliegen zu besprechen.

Tipp: Wenn Ihr Euch für die Begleitung durch eine Kassenhebamme entscheidet, dann solltet Ihr Euch möglichst früh bei ihr anmelden.

NEU: Seit 2014 hat jede Frau die Möglichkeit im Rahmen der Mutter-Kind-Pass-Vorsorge ein Gespräch mit einer Hebamme zu vereinbaren. Dieses findet zwischen der 18.-22. Schwangerschaftswoche statt und ist kostenlos.

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Geburtshilfe

Geburtshilfe ist wohl der bekannteste Teil der Hebammen-Arbeit. Wir sind Fachfrauen für die Betreuung und Begleitung von normalen Geburten. Sowohl bei Hausgeburten, als auch bei Krankenhausgeburten ziehen wir bei Abweichungen vom normalen Geburtsverlauf einen Arzt/eine Ärztin zu und betreuen die Geburt im weiteren Verlauf gemeinsam weiter.
Jährlich kommen bei uns circa 80.000 Kinder auf die Welt, im Krankenhaus, zu Hause oder im Geburtshaus. Jedes von ihnen wird von den Händen einer der rund 1800 Hebammen Österreichs willkommen geheißen.

Wenn das Baby da ist, beobachten wir sein Allgemeinbefinden (Temperatur, Atmung, Trinkverhalten, Gewicht), versorgen den Nabel, geben Hilfestellung bei der Pflege des Neugeborenen und führen auf Wunsch der Eltern die empfohlenen Blutabnahmen durch.
Bei der Mutter beobachten wir die Gebärmutterrückbildung, Wochenfluss und Wundheilung. Wir unterstützen beim Stillen und helfen bei Stillschwierigkeiten (z. B. Behandlung bei Milchstau oder wunden Brustwarzen).

Auch im Wochenbett bieten wir unsere Hilfe an, sowohl im Krankenhaus, als auch nach dem Krankenhausaufenthalt während der ersten gemeinsamen Zeit zu Hause. Die Krankenkasse übernimmt (abhängig vom Entlassungstag) bis zu 12 Hausbesuche während der ersten 8 Lebenswochen Eures Kindes.

Wir beraten zu

  • Babypflege,
  • Schlafverhalten,
  • Stillen, Ernährung,
  • Empfängnisverhütung,
  • Rückbildungsgymnastik und vielem mehr.

Hebammen trifft man also sowohl in Krankenhäusern, als auch in der freien Praxis, in Eltern-Kind-Zentren, Mütterberatungsstellen und Familienberatungsstellen.
Darüber hinaus bieten Hebammen viele Aktivitäten, Beratungen und Kurse zu verschiedensten Themen wie Geburtsvorbereitung, Beckenbodengymnastik, Babymassage, Ernährung, Babyschwimmen etc. an.